Mehr als betreutes Blumenpflücken

Erstellt am Samstag, 27. Juni 2015 Geschrieben von Augustin Alexander

Kinder könne man nicht mehr für die kleinen Dinge begeistern, heißt es oft. Elke Weindl weiß, dass das nicht stimmt. Sie ist Kräuterpädagogin. Ihren Job als „betreutes Blumenpflücken“ zu bezeichnen, würde zu kurz greifen. Vielmehr nimmt sie Kinder – aber auch interessierte Erwachsene – an die Hand und erklärt ihnen mit viel Liebe zum Detail die große Welt der Blumen und Kräuter. Auch die Kindergruppe des Altnußberger Gartenbauvereins bekam vergangene Woche eine ihrer Führungen. Und die „Groshupfa“ waren von der ersten Minute an begeistert.

Schon bei der Erklärung des Ablaufs der Führung hängen sie an Weindls Lippen. Diese erklärt den Kindern, dass man im Laufe der Wanderung durch ihr Heimatdorf Altnußberg verschiedene essbare Blumen sammeln und anschließend verwerten werde. Dass die Blüten von Gänseblumen genießbar sind, ist für viele der „Groshupfa“ keine Neuigkeit. Aber auch viele andere Blumen sind essbar. Der Klee zum Beispiel schmeckt süßlich und aus Wildrosen lässt sich Marmelade machen.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf macht sich Elke Weindl mit dem Gartler-Nachwuchs auf die Suche. Es dauert nicht lange, bis die Kinder auf einer Wiese Klee entdecken. Doch Elke Weindl muss ihre Euphorie bremsen. Es gebe giftige Blumen, die den essbaren sehr ähnlich sehen. Deswegen müsse sie jede Blüte, die die Kinder pflücken, erst kontrollieren.

Elke Weindl ist über Umwege zu ihrem Beruf gekommen. Bis vor wenigen Jahren war sie Arzthelferin, bis sie sich die Aufzucht eines Rehkitzes zur Aufgabe machte. Weil das Kitz nicht per Flasche ernährt werden wollte, musste Weindl regelmäßig selbst auf Wiesen nach passender Nahrung suchen. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Natur im Allgemeinen und für Kräuter im Speziellen. „Von da an war mir klar: Das will ich auch beruflich machen“, sagt sie heute rückblickend.

Wie begeistert sie ihren Job macht, sieht man in jeder Minute ihrer Führung. Weindl fixiert sich während der Wanderung nicht nur auf die Blumenarten, die danach unter anderem zu Kräuteressig verwertet werden sollen. Wenn sie am Wegesrand besonders interessante Blumen entdeckt, hält sie an, um sie den Kindern zu zeigen. Als sie einen Stinkstorchenschnabel am Wegesrand sieht, zupft sie ihn und zeigt den Kindern, dass die Blume ihrem Namen alle Ehre macht.

Am Ende der Wanderung werden die gepflückten Blüten der essbaren Blumen verwertet. Butterbrote werden mit Klee belegt und der Rest der Blumen in Essig eingelegt. Zum Abschluss darf sich jedes der Kinder eine kleine Flasche davon abfüllen und nimmt damit nicht nur eine Menge Wissen über Blumen und Kräuter, sondern auch geschmackliche Erinnerungen an die Führung mit nach Hause.

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